Kulturveranstalter

Kunstsammlungen der Veste Coburg

Die Veste Coburg, auch „Fränkische Krone“ genannt, zählt zu den größten Burganlagen Deutschlands. Hoch über der Stadt auf einem mächtigen Dolomitfelsen thronend, beherrscht sie mit ihren imposanten Gebäuden, Türmen, Wehrmauern und Bastionen das gesamte Umland. Eindrücklich vermittelt sich beim Rundgang die Bau- und Nutzungsgeschichte der Veste – ihre Entstehung als hochmittelalterliche Wehranlage, ihre Blüte als kursächsisches Schloss, auf dem sich Martin Luther während des Augsburger Reichstags aufhielt, und schließlich ihre Bedeutung als Stammsitz und Festung der Herzöge von Sachsen-Coburg.

1837 beschloss Herzog Ernst I. von Sachsen-Coburg und Gotha (1764–1844), die mittlerweile ruinöse Anlage im neugotischen Stil zu erneuern und in ihr die herzoglichen Sammlungen zu präsentieren. Das museale Vermächtnis Herzog Ernsts wirkt – in stetig modernisierter Form – bis heute nach. So bilden die Burg und die Kunstsammlungen eine einzigartige Symbiose. Historische Räume mit prachtvoller Ausstattung erzählen von fürstlicher Wohnkultur im Wandel der Epochen. Die „Reformatorenzimmer“ und wertvolle Objekte erinnern an Martin Luthers mehrmonatigen und enorm produktiven Aufenthalt auf der Veste. Die Rüstkammer und die multimedial unterstützte Artillerieausstellung „Gebt Feuer!“ führen die Wehrhaftigkeit der Burganlage vor Augen. Auf Schritt und Tritt begegnet man der kunstsinnigen Sammelleidenschaft der Coburger Herzöge. Herzog Franz Friedrich Anton von Sachsen-Coburg-Saalfeld (1750–1806) beispielsweise war einer der bedeutendsten Graphiksammler seiner Zeit, der Zeichnungen und Druckgraphiken aller Länder, Schulen und Techniken seit dem späten Mittelalter zusammenbrachte. Auf ihn geht das Kupferstichkabinett zurück, das mit 220.000 Blatt zu den großen Graphiksammlungen in Deutschland gehört.

Aus dem Nachlass Herzog Alfreds von Sachsen-Coburg und Gotha (1844–1900) stammt die erlesene Kollektion venezianischer Gläser, die den Weltruf der Coburger Glassammlung begründete. Im neu eingerichteten Ausstellungsbereich „Schatzkammer Glas“ kann man über 1000 Jahre Entwicklung des künstlerisch gestalteten Glases entdecken. Die bedeutende Coburger Waffensammlung umfasst Kriegs- und Belagerungswaffen vom Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert sowie kostbare höfische Jagdwaffen und Jagdutensilien. Aus dem exklusiven Bestand an historischen Fahrzeugen stechen die prunkvollen Hochzeitswagen des Coburger Herzogs Johann Casimir aus dem 16. Jahrhundert hervor. Der Bestand altdeutscher Kunst, der sich insbesondere durch Werke des kursächsischen Hofmalers Lucas Cranach d. Ä. auszeichnet, konnte im Jahr 2003 durch Ankauf der altdeutschen Sammlung Schäfer erheblich erweitert werden. Die Gemälde des 16. Jahrhunderts bilden ein Panorama der konfessionellen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklung dieser bewegten Zeit. Die Ausstellungen werden durch aktuelle Sonderausstellungen ergänzt.

Öffnungszeiten: April – Oktober Täglich 10.00 - 17.00 Uhr November – März Di – Fr 13.00 – 16.00 Uhr Sa, So 11.00 – 16.00 Uhr

Geschlossen am 24., 25., 31. Dezember sowie am Faschingsdienstag