Kulturveranstalter

Internationale Spitzensammlung

Nordhalben liegt am Nordrand des Frankenwaldes in einem sehr kargen Gebiet. Um der Bevölkerung einen Zuerwerb durch leicht erlernbare Frauen- und Kinderarbeit zu ermöglichen, wurde 1903 in einer staatlichen Förderungsmaßnahme eine bis heute bestehende Klöppelschule gegründet. Aus dem Anschauungs- und Arbeitsmaterial der Schule und mit einer seit den 1970er Jahren zusammengetragenen Spitzensammlung baute die Marktgemeinde dort ein Museum auf, das 1986 eröffnet werden konnte. Es zeigt in sieben Räumen Spitzen aus den verschiedenen deutschen Klöppelzentren: Erzgebirge, Oberpfalz und Nordhalben, aber auch aus Belgien, Frankreich, England, Spanien, aus Tschechien, der Slowakischen Republik und aus Ländern der Dritten Welt. Besonders kostbare Stücke aus dem 18. und 19. Jahrhundert wie auch maschinell hergestellte Spitzen, geklöppelte Kunstwerke des 20. Jahrhunderts und Spitzenimitationen aus nichttextilen Materialien gehören zu der vielfältigen Sammlung. Die Fülle der sehr übersichtlich präsentierten Bestände (ca. 400 Objekte) erschließt sich dem Betrachter beim Herausziehen von Schauschubladen und Schiebewänden. Neben einer gründlichen Einführung in die Technik des Klöppelns wird besonderer Wert auf die Darstellung der Diskrepanz zwischen den Spitzen als Luxusobjekt einerseits und der Armut der Produzenten andererseits gelegt. In diese kultur- und sozialgeschichtlichen Dokumentationen ist die Darstellung der ortsgeschichtlichen Situation Nordhalbens eingebettet. 1989 wurde die Präsentation der Sammlung mit einer besonderen Anerkennung zum Europäischen Museumspreis ausgezeichnet. Di.-Fr. 10.00-12.00 u. 13.00-16.00 Sa. u. So. 13.00-16.00

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