Kulturveranstalter

Heimatmuseum Altdorf

Adresse

84032
Altdorf/Niederb.

Kontakt

Telefon: 0871/9357062
Fax: 0871/303600

monika.weigl@jungsteinzeit-erleben.de

www.jungsteinzeit-erleben.de

Im Jahr 1989 konnte die Gemeinde Altdorf ein Anwesen mit Hausnamen ?Oswald-Gütl? erwerben, zu dem auch ein Teil einer Bergkuppe auf der vor vielen Jahrhunderten eine Burg stand, gehörte. Das alte Bauernhaus, dessen dendrochronologische Untersuchung eine baugeschichtliche Datierung auf das Jahr 1547 erbrachte, wurde zum Heimatmuseum ?Adlhoch-Haus? umgebaut und im April 1996 eröffnet. Es entstanden verschiedene Bereiche: Im großen gemauerten Keller mit Tonnengewölbe konnten die reichen archäologischen Funde untergebracht werden. Durch Ausstellungsstücke in den Vitrinen, angefangen von Gefäßen der ersten jungsteinzeitlichen Bauern um 5700 v. Chr., über bronzezeitliche Handwerkstechnik, keltische Schmuckstücke, römische Urnen, bis zu bajuwarischen Schwertern des frühen Mittelalters, erhält der Besucher einen Einblick ins Leben unserer Vorfahren. Allem Anschein nach war Altdorf schon vor 6000 Jahren und später zu allen Zeiten ein wichtiger Ort für Reisende und Siedler aus fremden Kulturen. Im Erdgeschoss sind Relikte bäuerlichen Lebens und alte landwirtschaftliche Geräte zu sehen. Im Obergeschoss befindet sich eine kleine Ausstellung, die der Störschneiderei gewidmet ist, sowie Dokumente zur Hausgeschichte und in Austragskammerl. Oberhalb des Hauses, an ursprünglicher Stelle, wurde der Backofen wieder erbaut. Gleich nebenan gedeihen auf einem kleinen Feld uralte Feldfrüchte: Getreidesorten wie Emmer, Dinkel, Hirse, aber auch Mohn, Linsen, Erbsen, Lein und Färbepflanzen. Im Frühjahr 2002 setzte man den jahrhundertealten gemauerten Brunnen wieder in Stand, es fließt wieder Wasser. Der kleine Bauerngarten, dessen immergrüne Buchsbaumhecken viele Beete mit Kräutern, Heilpflanzen, Gemüsen und Sommerblumen umranden, ist eingerahmt von einem Holzzaun an dem Sonnenblumen und Stockrosen blühen. Das Museum ist an jedem letzten Sonntagnachmittag der Monate April bis Ende Oktober geöffnet. Eine Museumsbetreuung koordiniert Belange der Gemeinde und des Heimat- und Museumsvereins Altdorf. Dessen Mitglieder sind als Aufsichtspersonal tätig, organisieren und gestalten die wechselnden Ausstellungen. Einige Themen waren in den letzten Jahren: Vorführungen alter Handwerkstechniken, Brotbacken, Körbeflechten, Schmiedearbeiten, Handarbeiten ?Einst und Jetzt?, Tracht in Niederbayern, Dokumentation von Höfen aus den Ortsteilen Eugenbach und Pfettrach, ?alte Postkarten?, ?Wachskunst? und ein ?Steinzeitfest?. Am Unterrichtsstoff der Schulen orientiert ist das museumspädagogische Angebot ?Jungsteinzeit erleben?. An diesen Vormittagen bekommen die Kinder einen Einblick in das Leben unserer Vorfahren vor rund 6000 Jahren. Von ?damals? wird dabei nicht nur erzählt, sondern es darf ausprobiert werden. Wie sieht ein Feuersteinmesser aus, was kann man damit machen? Wie lange dauert es bis man eine Handvoll Getreidekörner zu Mehl gemahlen hat? Ist es schwierig aus Flachs oder Schafwolle Fäden mit Hilfe einer tönernen Spinnwirtel herzustellen? Welche Kleidung trugen damals die Menschen? Wie haben die Leute früher ihre Getreidefelder angelegt, was haben sie gesät, war es anstrengend? Die Antworten ?erarbeiten? sich die Schulkinder selbst, es entsteht ein lebendiger Einblick in Mühen und Plagen des Alltags unserer Ahnen. Alle Arbeitsgeräte und Werkzeuge sind natürlich wie damals aus Stein, Holz, Geweih und Keramik. Einen Einbaum (siehe Photo), das wichtigste Verkehrsmittel unserer steinzeitlichen, an Pfettrach und Isar lebenden Vorfahren, bauten Schüler der P-Klasse der Hauptschule Altdorf. Dieses urtümliche 6.50 Meter lange aus einem dicken Baumstamm gearbeitete Boot, lagert ebenfalls im Museum Adlhoch-Haus und ist dort zu besichtigen. Fahrten damit sind geplant, weitere Infos im Internet unter www.jungsteinzeit-erleben.de Das Steinzeit- Programm ist seit Jahren eine gern gebuchte Veranstaltung vieler Ferienfreizeit-Angebote von Jugendorganisationen oder Vereinen. Nachfragen ebenfalls: Gemeinde Altdorf: 0871-3030 Im August 1999 erschien das reich bebilderte Buch ?Schlüssel zur Geschichte?, der Museumsführer durch das Adlhoch-Haus. Die vier Autoren Prof. Otto Bauer, Hans Seidl, Elmar Stöttner und Monika Weigl berichten in dem mit vielen Fotos ausgestatteten Buch über vier Themen: Vom Bauernhaus zum Museum, Geschichte der Hofstelle Adlhoch-Haus, die Hofbeschreibung und eine Schatztruhe der Archäologie. Das Buch ist für 3.50 Euro im Museum oder im Rathaus zu erwerben. Altdorf ist einer der wenigen, seit der Jungsteinzeit vor über 7500 Jahren, konstant besiedelten Orte in Niederbayern. Alle vergangenen Kulturen haben Spuren im Boden hinterlassen, seien es Pfostenreihen riesiger steinzeitlicher Häuser, Spuren einer keltischen Viereckschanze, der Abschnitt der Römischen Straße, oder Gräber frühmittelalterlicher, herrschaftlicher Bauern. Das Museum zeigt z.B. die einzige in Mitteleuropa bekannte Kupferpunze aus der Zeit um 3300 v. Chr., und weitere überregional bekannte Funde, deren Bedeutung weit über die Ortsgrenzen von Altdorf hinausgehen. Seit Januar 2002 gibt es im Landratsamt Landshut eine Kontaktstelle für ?Archäologie und Bodendenkmalpflege im Landkreis Landshut?. Hier können Personen die an der Ortsgeschichte, Archäologie, Feldbegehungen oder Grabungen interessiert sind, näheres über neue Funde, Grabungsergebnisse oder archäologische Aktionen erfahren. Im Internet unter www.arlan.de Öffnungszeiten des Museums Jeden letzten Sonntag von April bis Ende Oktober von 14 Uhr bis 17 Uhr.

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