Kulturveranstalter

Deutsches Medizinhistorisches Museum

Das ehemalige Ingolstädter "Anatomische Theater", eine im 18. Jahrhundert erbaute medizinische Ausbildungsstätte der damaligen Universität, beherbergt seit 1973 das Museum. Es ist das einzige Fachmuseum seiner Art in Deutschland und zeigt in der ständigen Ausstellung über 1000 Gegenstände zur Geschichte der Medizin von der Antike bis zur Gegenwart: Chirurgische Instrumente der griechischen und römischen Antike, einen etruskischen Torso, römische Votive, Objekte aus den frühen Hochkulturen Ägyptens, Südamerikas und Ostasiens sowie ethnomedizinische Beispiele aus Afrika. Der ehemalige Anatomiesaal, den ein Deckenfresko mit medizinischen Allegorien schmückt, weist mit Präparaten, Lehrbüchern, Instrumenten und Mikroskopen auf die Anfänge der abendländischen wissenschaftlichen Medizin: Anatomie, Botanik, Pathologie. Die einzelnen Fachdisziplinen, die sich im 19. Jahrhundert herausbildeten, werden anhand charakteristischer Objekte dargestellt, die von der Geburtszange bis zur Herz-Lungen-Maschine reichen. Auf den Bereich des Patienten weisen Gegenstände der häuslichen Krankenpflege, des religiösen Heilbrauchtums, der Hygiene und Krankheitsprophylaxe hin. Schwerpunkte der Ausstellung bilden jedoch die Chirurgie und die aus ihr hervorgegangenen Fächer - Augen- und Zahnheilkunde, Gynäkologie und Urologie - sowie die diagnostischen Methoden des 19. Jahrhunderts. Eine besondere Attraktion ist der erste Sterilisator für einen Operationssaal. Das Museum verfügt außerdem über eine große Sammlung von Ärzteporträts sowie über Studiensammlungen zur Ophthalmologie, Hals-Nasen -Ohrenheilkunde, Klinischen Chemie und Elektrotherapie. Auf dem Gelände des früheren Botanischen Gartens der Universität werden in einer barocken Anlage 180 Heilpflanzen kultiviert. Ein Duft- und Tastgarten wurde speziell für blinde Besucher und Rollstuhlfahrer eingerichtet. Di.-So. 10.00-12.00 u. 14.00- 17.00

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