Wo Musik erwachsen wird – Ein Blick in die Berufsfachschule für Musik in Dinkelsbühl

Dinkelsbühl – An der Berufsfachschule für Musik Dinkelsbühl werden aus Leidenschaft und Übung Zukunftsmelodien.

Ein Beitrag von der Redaktion Kulturportal Bayern

Zwischen Fachwerkhäusern und Kopfsteinpflaster, liegt ein Ort, an dem Zukunft klingt: Die Berufsfachschule für Musik in Dinkelsbühl ist kein gewöhnlicher Lernort. Sie ist ein Klangraum, in dem junge Menschen nicht nur Musik machen, sondern lernen, mit ihr zu leben.

„Wir wollen jungen Menschen im ländlichen Raum die gleichen Chancen geben wie in der Stadt“, sagt Schulleiter Michael Spors. Das bayerische Modell der Berufsfachschulen für Musik gibt es nur im Freistaat. Zwei Jahre lang lernen die Schülerinnen und Schüler alles, was sie für eine professionelle Musikkarriere brauchen: Instrument, Theorie, Pädagogik und Bühnenpraxis. Wer möchte, kann ein drittes Jahr anhängen und erhält damit die Lehrbefähigung für Musikschulen.

„Man wächst wahnsinnig zusammen“, erzählt David Gnedel, Auszubildender an der Schule. „Wir sind hier ein kleiner Kreis, und jeder arbeitet mit jedem an irgendetwas. Das schweißt zusammen.“

Wie Davids Alltag als Auszubildender in der Berufsfachschule für Musik in Dinkelsbühl aussieht:

Martin Kasper, Lehrer im Fachbereich Rock-Pop, erachtet seinen Musikunterricht als weit mehr als reine Technikvermittlung: „Es bringt nichts, Dinge zu unterrichten, die ins Leere laufen“, sagt er. Seine Arbeit lebt vom Dialog, vom gemeinsamen Suchen nach dem individuellen Sound seiner Schülerinnen und Schüler.

Im Dialog musizieren: Wie Dinkelsbühl die nächste Generation Musikerinnen und Musiker ausbildet

Kasper versteht sich als Ideengeber: „Ich will nicht zu viel eingreifen – nur dann, wenn etwas technisch oder kommunikativ nicht funktioniert.“ Seine Schüler komponieren, arrangieren, experimentieren. Sie wachsen in Bands zusammen, schreiben eigene Stücke, treten auf Bühnen auf – manchmal im Schulhof, manchmal auf Festivals.

„Das Besondere hier ist, dass man direkt vom Unterricht in die Praxis geht“, erklärt Kasper. „Diese Verwebung ist einzigartig.“

Dinkelsbühler Kultur: Die Musikerinnen und Musiker der Region

Die Berufsfachschule für Musik ist längst Teil des kulturellen Lebens in Dinkelsbühl. Wenn im Sommer das Innenhof-Open-Air stattfindet, füllt sich der Platz mit bis zu 600 Menschen – in einer Stadt mit gerade einmal 13.000 Einwohnern. „Das zeigt, dass die Schule hier einen Wert hat“, sagt Spors. Die Auszubildenden sind zur kulturellen Säule geworden – für die Stadt, für die Region.

Was die Schule so besonders macht, lässt sich schwer in Worte fassen: „Ich konnte selber noch nicht so genau ergründen, was es ist“, sagt Schulleiter Spors. „Aber das Feedback ist immer dasselbe: Diese zwei Jahre in Dinkelsbühl gehören zu den wertvollsten im Leben.“