Schwabach feiert sein „Wunderkind“ – Programm zum 300. Geburtsjahr von Jean-Philipe Baratier

Schwabach – sein Kulturamt und die Bürgerstiftung – bietet ein Programm zum 300. Geburtsjahr von Jean-Philipe Baratier, der in Schwabach geboren wurde. Baratier war extrem intelligent, sprach als Kind schon acht Sprachen und fing bereits mit zehn Jahren an zu studieren. Viele Menschen in Europa bewunderten den Jungen und nannten ihn „Genie“ oder „Wunderkind“. Am Freitag, 18. Juni 2021, 20.00 Uhr findet ein Festvortrag statt und kürzlich wurde ein Denkmal an Baratier in Schwabach enthüllt.

von Vincent G. Wolenik, veröffentlicht: 06.04.2021

Jean-Philippe Baratier wurde am 19. Januar 1721 in Schwabach geboren und fiel schon mit drei Jahren dadurch auf, dass er fließend lesen konnte. Als Sechsjähriger beherrschte er Deutsch, Französisch, Latein, Griechisch und Hebräisch, kurz darauf noch Chaldäisch, Syrisch und Arabisch. Seine außergewöhnliche Begabung machte Jean-Philippe in Gelehrten-Kreisen weit über Franken hinaus bekannt.

Die Bürgerstiftung in Schwabach, die der Geschichte der Stadt und ihrer Persönlichkeiten verbunden ist, nimmt in diesem Frühling das Jubiläum von Jean-Philippe Baratier zum Anlass, um zusammen mit dem Schwabacher Kulturamt das Wirken des jungen Genies Baratier einem breiteren Publikum vorzustellen.

Zum 300. Geburtstag des hugenottischen Pfarrer-Sohns war ein Festvortrag vom Bayreuther Prof. Dr. Günter Berger geplant mit dem Titel: „Jean-Philippe Baratier – ein Exempel einer schleunigern und zugleich weitläufigern Gelehrsamkeit“. Dieser wurde nun auf Freitag, 18. Juni, 20.00 Uhr, verschoben.

Außerdem wurde Ende März eine kleine Bronze-Statue, die Baratier als lesendes Kind darstellt, in Schwabach offiziell enthüllt. Daneben benannte die Stadt eine Straße in der Nähe von Baratiers Geburtshaus in „Baratier-Weg“ um und brachte ein entsprechendes Straßen-Schild an. Zusätzlich gibt es im April und Mai weitere Vorträge und Stadtführungen.

Gleichzeitig interessierten sich zuletzt auch respektierte Medien für das Jubiläum von Baratier: Zum Beispiel die Süddeutsche Zeitung, die Bayerische Staatszeitung oder die Nürnberger Nachrichten veröffentlichten Artikel.

Schon mit 14 Jahren Akademie-Mitglied

Dass das „Schwabacher Wunderkind“ zum seinerzeit europaweit bestaunten Phänomen eines „frühzeitigen Gelehrten“ in so verschiedenen Disziplinen wie Geschichte, Astronomie und Physik wurde, war das Ergebnis einer gezielten Bildung seines Vaters.

Als selbstbewusster jüngster Student in Altdorf und jüngstes Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Berlin knüpfte Jean-Philippe als Jugendlicher sein eigenes Gelehrten-Netzwerk, veröffentlichte Publikationen und wagte es, die Akademien in London, Paris und Berlin bei der Lösung der damals revolutionären erstmaligen Bestimmung der Längengrade zu unterstützen.

Im Alter von nur 19 Jahren verstarb der in höfischen wie in wissenschaftlichen Kreisen hochgeachtete junge Gelehrte am 5. Oktober 1740 in Halle.

Mehr Informationen unter: das-schwabacher-wunderkind-wird-300-jahre

Text mit freundlicher Unterstützung von Ralf Gabriel, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Unser Schwabach!

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