17. Juli – 11. Oktober 2026 | Neues Museum Nürnberg | Das Neue Museum Nürnberg zeigt ab Mitte Juli die Ausstellung „Ein Stern genügt, um an das Licht zu glauben“ der amerikanischen Künstlerin Alexandra Grant (*1973). Für das Neue Museum Nürnberg erschafft sie acht große Gemälde auf Basis von literarischen Texten von acht Autorinnen. In ihren Werken werden Literatur, weibliche Weltaneignung und Malerei eins. Es ist die erste Einzelausstellung der Künstlerin in einem deutschen Museum und ihre zweite in Europa. Die Ausstellung untersucht exemplarisch die Rolle von Frauen in der Vergangenheit und Gegenwart der deutschen Literatur. Zu den behandelten Themen gehören die Selbstfindung von Frauen durch das Schreiben im Laufe der Geschichte (im Konflikt mit kulturellen und gesellschaftlichen Erwartungen), Migration nach und aus Deutschland sowie innerhalb Deutschlands. Auch spirituelle Erfahrung und Expertise, Depression und Hoffnung, Krieg, Armut und Zugang zu Ressourcen sowie Humanismus und Diskriminierung gehören zum Spektrum. Die Autorinnen erheben ihre Stimmen, zu denen Alexandra Grant ein künstlerisches Echo schafft. Durch Typografie und Komposition, die die Künstlerin für jeden Text spezifisch entwickelt, thematisiert sie weibliche Sprache und weibliche Erfahrungshorizonte.
Neues Museum Nürnberg: „Alexandra Grant. Ein Stern genügt, um an das Licht zu glauben“ – Ausstellung
Christina Müller
Die Liste der Autorinnen, deren Texte Grant bearbeitet, umfasst Christina Ebner (geb. Nürnberg, 1277–1356), Maria Catharina Stockfleth (geb. Nürnberg, 1633–1692), Gisela Elsner (geb. Nürnberg, 1937–1992), Hélène Cixous (geb. Oran, Algerien, 1937), Fatma Aydemir (geb. Karlsruhe, 1986), Rasha Khayat (geb. Dortmund, 1978), Pauline Füg (geb. Leipzig, 1983, arbeitet in Nürnberg) und Olivia Wenzel (geb. Weimar, 1985). Damit besteht bei vier Schriftstellerinnen ein Bezug zu Nürnberg. Die Auswahl zeigt aber auch eine inhaltliche Verbindung des weiblichen Kosmos über die Jahrhunderte hinweg. Alle Texte thematisieren Wege in die Dunkelheit, aber auch Licht und Hoffnung. Die acht großformatigen Gemälde (je 3,9 m x 4,5 m) für das NMN fertigt Alexandra Grant im Siebdruckverfahren mit Farbe auf Hahnemühle-Papier. Die Verwendung des Siebdrucks knüpft an die Geschichte des Buchdrucks in Nürnberg an, von Albrecht Dürer und der Nürnberger Chronik bis in die Gegenwart. Die neuen Werke schafft die Künstlerin sowohl in englischer als auch in deutscher Sprache und beleuchtet dadurch auch die Rolle der Übersetzung beim Verstehen fremder Kulturen. Im NMN ist die eigens für die neuen Werke eingebaute achteckige Galerie größtenteils dunkel, wobei punktförmige Strahler jedes der acht Gemälde hervorheben und zum Leuchten bringen. In der Mitte des Raumes hängt eine einzelne Glühbirne über einer zentralen Sitzplattform.
Alexandra Grant:
Zu ihren wichtigen Einzelausstellungen gehören eine Fokus-Ausstellung im Museum of Contemporary Art, Los Angeles (2007), die Schau „Telepathy is One Step Further Than Empathy“ im Orange County Museum of Art (Costa Mesa, 2020) sowie „Alexandra Grant: Word, Image, Space“ im Adam-Mickiewicz-Literaturmuseum in Warschau (2024). Auf der Biennale in Venedig war sie Teil der Gruppenausstellung „We Must Risk Delight: 20 Artists from Los Angeles“.

