Museum im Amtshausschüpfla erobert Digitalien mit 10-teiliger Videoserie

Das Museum im Amtshausschüpfla in Frauenaurach bei Erlangen ist sehr klein. Im Rahmen der derzeitigen Schutzmaßnahmen ist es deswegen seit März geschlossen. Doch die Mitarbeiter um Museumsleiterin Jutta Triantafyllidis nutzten die Zeit: Sie gingen ins Internet und führten seitdem drei originelle, multimediale Projekte über die Geschichte ihrer Stadt durch.

Museum im Amtshausschüpfla

Statt einer geplanten Sommerausstellung stellte das kleine Museum einen virtuellen Rundgang durch seine Räumlichkeiten in Form von bebilderten Texten und Videos online. Es ging ins sogenannte Feuerhaus und im Depot konnte man die gepflegte Sammlung entdecken. Das Projekt wurde zum Internationalen Museumstag im Mai veröffentlicht. „Wir wollten Einblick in das breite Feld unserer Museumsarbeit geben“, sagt dazu Museumsleiterin Triantafyllidis.

Vier Monate investierten Triantafyllidis und ihre Kollegen dann in ein Herzensprojekt: Auf Basis von dem, was sie bei ihrem ersten Online-Stück gelernt hatten, ging zum Tag des offenen Denkmals eine zehnteilige Videoserie auf Sendung. Damit wird an die Brauhofgasse erinnert. Dort befindet sich das Museum. Die Gasse spiegele in ihren Grundzügen die Geschichte von Frauenaurach wider, so Triantafyllidis. Die Videos bestehen unter anderem aus entzückenden Bildern, die sie selbst malte, sowie selbstverfassten Texten, welche die Mitarbeiter eigenständig einsprachen. Außerdem spielten sie die Begleitmusik persönlich auf Instrumenten ein. Triantafyllidis fasst die Serie als „Ergebnis all unserer Forschungen“ zusammen. Die Historikerin ist froh über das Projekt: „Wir haben viel erreicht, um die geschichtlichen Zusammenhänge aufzudecken.“

Das Ganze sei Neuland gewesen, das sie betreten hätten, so Triantafyllidis. „Es war eine wertvolle Erfahrung, wir haben sehr viel gelernt“, sagt sie. Auch das Drehbuch hat sie selbst geschrieben. Mit dem Ziel, an die Bedeutung der Brauhofgasse zu erinnern. Mit dem vielfältigen Angebot leiste man einen großen Beitrag zum kulturellen Leben in Erlangen, ist die ehemalige Lehrerin stolz. Zurzeit müsse man eben virtuell Dinge in die Wege leiten.

Der nächste Schritt für das Museum im „Schüpfla“ (kleiner Schuppen) auf seiner bemerkenswerten Reise im Netz ist ein Projekt zum Thema „Brauchtum in der Weihnachtszeit“: Seit dem 11. November, pünktlich zum Tag des St.-Martin, sind Videos und Texte beispielsweise zum fränkischen Nikolaus – der „Pelsemärtel“ – und in Erinnerung an das Christkind online. Sie sind Teil des Weihnachtsprogramms des Museums.

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