Wie sieht die Zukunft von Musik aus? Songs gibt es heute kaum mehr ohne Videobegleitung. Sabrina Zeltner und Philipp Dittmar bringen beides live auf die Bühne – und erfinden ihre Kunst dabei immer wieder neu.
Die Clubkultur ist männerdominiert – das will das Flinta*-Kollektiv „Trouble in Paradise“ ändern. 2016 schließt sich die Crew zusammen, um das Nürnberger Nachtleben aktiv mitzugestalten. Darunter auch Sabrina Zeltner. „Wir wollten einen geschützten Rahmen haben, wo nicht irgendwelche Bros sagen, wie man das zu machen hat“, erzählt sie. Anstatt Musik legt Zeltner jedoch Videos auf. „Die Visuals waren interessant, weil ich eben keine [männlichen] Vorbilder hatte“, sagt sie.
Im Laufe der Jahre hat sich die Nürnbergerin als Videokünstlerin einen Namen gemacht und tritt mittlerweile auch bei Ausstellungen, in Kinos und bei Festivals auf. Unter dem alias „Subrihanna“ kooperiert sie mit verschiedenen Musiker:innen – darunter auch Philipp Dittmar („Red On“).
„Ich beobachte in den letzten Jahren, dass ich ein Album eigentlich nicht mehr ohne Videocontent rausbringen kann, um Aufmerksamkeit auf Social Media zu bekommen“, erzählt Dittmar. Der Musiker experimentiert seit seiner Jugend mit klassischen Instrumenten und technisch erzeugten Sounds und beschreibt seine Richtung als „Ambient Elektronik“. Für seine Tour 2017 hatte er die Videokünstlerin spontan gefragt, ob sie ihn begleiten möchte. Inzwischen hat sich daraus eine feste Partnerschaft entwickelt: „Sabrina improvisiert jetzt nicht mehr zu meiner Musik, sondern wir überlegen uns gemeinsam eine audiovisuelle Live-Umsetzung“, sagt Dittmar.
Die beiden touren mit ihren Performances durch Deutschland, Belgien und die Schweiz. Was sie verbindet? Die Freude am Experimentieren und daran, neue Formen des künstlerischen Ausdrucks zu entwickeln. „Wenn eine Person die Möglichkeit hat, sich forschend und mit Neugier unbekannten Dingen zuzuwenden, ist das auf jeden Fall eine gute Beschäftigung, die einen glücklich macht“, sagt Sabrina und fügt an: „Man muss sich auch ein bisschen erlauben, das zu tun.“
Im Videobeitrag geben die beiden Einblicke in ihren kreativen Schaffensprozess – von den Proben bis zum Auftritt – und zeigen, warum Visuals weit mehr sind als nur eine Begleitung zur Musik.

