„Italiensehnsucht!“: Kulturspeicher Würzburg schickt Besucher digital nach Italien

Seit dem 14. November 2020 zeigt das Museum im Kulturspeicher Würzburg in der Ausstellung „Italiensehnsucht!“ Werke von einer deutschsprachigen Künstlergeneration über Italien. Während das Museum geschlossen ist, bietet das Museum digitale Angebote zur Ausstellung: Zum Beispiel werden seit der Eröffnung der Ausstellung jede Woche zwei Werke online vorgestellt und jeweils erläutert. Außerdem gibt es eine schöne Malvorlage für Kinder, die durch ein Beispiel-Video ermutigt werden, selbst den Pinsel zu schwingen.

Max Pechstein, Monterosso al Mare, 1924 Öl auf Leinwand 85 x 100 cm, Privatsammlung, Foto: Dieter Otte © 2020 Pechstein – Hamburg/Tökendorf

Mit einer erstmaligen Ausstellung folgt das Museum im Kulturspeicher den Spuren von deutschsprachigen Künstler*innen in Italien während der Zeit von 1905 – 1933. Gezeigt werden Werke von Expressionist*innen und Co. wie unter anderen Ernst Barlach, Max Beckmann oder Anita Rée. In einem kurzen Video schildert Kuratorin Martina Padberg die Essenz von „Italiensehnsucht!“: „Die Ausstellung geht der Frage nach, mit welcher Motivation junge deutschsprachige Künstlerinnen und Künstler Anfang des 20. Jahrhunderts nach Italien gereist sind.“

Die Künstler*innen, so Padberg weiter, seien auf der Suche nach Sonne, Licht, nach dem guten Leben und den schönen Orten beispielsweise in Umbrien gewesen und hätten sich vor Italiens großer Kunstgeschichte künstlerisch weiterentwickelt. Durch Stipendien in Künstlerhäusern in Florenz und Rom wurden die Kunstschaffenden unterstützt.

Mitmachen, lernen und träumen

Dass Italien immer noch einen hohen Stellenwert hat, zeigt das digitale Angebot zur Ausstellung: Seit der Eröffnung von „Italiensehnsucht!“ stellt das Museum auf seiner Internetseite jede Woche zwei Werke aus der Schau vor. Außerdem gibt es einen sogenannten „Kreativbound“ zur Ausstellung: Mit einer App für Schnitzeljagden gestaltete das Museum Quizfragen, Rätsel und Kreativaufgaben rund um das Sehnsuchtsziel Italien. Die Ergebnisse der digitalen Besucher kann man im Internet auf der Seite des Museums ansehen: Landschaftsbilder, Kurzgeschichten sowie Fotos von Stillleben und mehr wurden bereits von den Nutzern eingereicht.

Selbst mit Farben spielen

Darüber hinaus haben die Macher ein Angebot für Kinder ausgearbeitet: Inspiriert durch ein Beispiel-Video bekommen diese online eine schwarz-weiße Malvorlage des Kunstwerkes „Via Appia“ von Erich Heckel. Dieses soll jetzt in allerlei Farben zum Leben erweckt werden. Die jungen Artisten sind ermuntert, ihre Kreationen per E-Mail an das Museum zu schicken.

Zu guter Letzt lädt das digitale Angebot des Museums im Kulturspeicher Würzburg Interessierte dazu ein, zu einer „Wortwolke“ über die weltweite Reiseliebe Italien beizutragen. Mit einem Klick sollen Groß und Klein folgende Frage beantworten: „Wonach sehnst Du Dich, wenn Du an Italien denkst?“ Die Wortbeiträge werden dann schön gruppiert in einer Wolke dargestellt.

Digital vermitteln, was sonst vor Ort stattfindet

Sophia Kippes aus dem Presseteam des Museums sagte: „Es wird für ‚Italiensehnsucht!‘ auf jeden Fall noch weitere digitale Angebote geben! Vielleicht digitale Führungen.“ Die vier kleinen Angebote würden gut bei den digitalen Besuchern ankommen. Beispielsweise bei der Wortwolke habe man sich von anderen Kulturorten inspirieren lassen. „Wir wollen ein digitales Angebot für unser heterogenes Besucherpublikum schaffen, das ungefähr das wiederspiegelt, was wir sonst persönlich vor Ort vermitteln.“ Man überlege, das Digitale auch bei zukünftigen Ausstellungen zu bespielen. Dennoch hoffe sie, so Kippes, dass im Februar wieder Besucherverkehr möglich sei.

Die Ausstellung „Italiensehnsucht!“ im Museum im Kulturspeicher Würzburg steht noch bis 21. Februar 2021 vor Ort. Die hochwertige Ausstellung wird unter anderem gefördert vom Freundeskreis Kulturspeicher Würzburg e.V. und dem Kulturfonds Bayern Kunst. Parallel ist ein Katalog erschienen.

Ein Beitrag von: Vincent Gabriel Wolenik (Student im Masterstudiengang Multimedia und Kommunikation an der Hochschule Ansbach) 17.01.2021

Menü