„Hellas in München. 200 Jahre bayerisch-griechische Freundschaft“ – Sonderausstellung in München

Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München, 29. Juni bis 19. September 2021

Heuer vor 200 Jahren begann der griechische Freiheitskampf. Bayern spielte dabei eine bedeutende Rolle. Der bayerische Kronprinz sympathisierte mit den Aufständischen, während die Herrscher Europas der Revolte kritisch gegenüberstanden.
Die Ausstellung widmet sich dem spezifisch bayerischen Aspekt des griechischen Freiheitskampfes und seinen Zeugnissen in München. An erster Stelle stehen die Propyläen am Königsplatz. Deren Bauplastik reflektiert mit dynastischem Bezug auf das Haus Wittelsbach die Vorgänge der griechischen Revolution sowie den Aufbau eines neuen Staatswesens unter Otto I.

von Christina Müller

Als Ludwig I. 1825 den Thron bestieg, entsandte er Oberst Carl von Heideck (1788-1861) mit weiteren Offizieren nach Griechenland – die erste offizielle Intervention eines ausländischen Staates zugunsten der Griechen. Sein Sohn Otto wurde 1832 der erste Monarch des unabhängigen Staates Griechenland. Der Königsplatz und die daran angrenzenden Bauten sind manifeste Zeugnisse dieser historischen Ereignisse. Im Rahmen von „Griechenland 2021“ geht die Sonderausstellung den Spuren der griechischen Revolution in München nach.
Schon als junger Mann begeisterte sich Ludwig für das alte Griechenland und sammelte antike Kunstwerke. Seine griechischen und römischen Skulpturen sind seit 1830 in der von Leo von Klenze (1784-1864) entworfenen Glyptothek öffentlich ausgestellt. Dem Wunsch Ludwigs folgend, München zu einem Zentrum der Kultur in Deutschland, dem neuen Athen an der Isar zu machen, orientieren sich die beiden Museumsbauten, die Glyptothek und das wenig später errichtete Bauwerk gegenüber, die heutigen Antikensammlungen, ebenso wie der Torbau der Propyläen an antiken griechischen Architekturvorbildern.

Der Philologe Friedrich Wilhelm von Thiersch (1784-1860) hat Ludwigs Philhellenismus und Engagement für den griechischen Freiheitskampf stark beeinflusst. Er unterstützte auch die Vorbereitung griechischer Schüler in München auf ein Hochschulstudium. Die kriegerischen Vorgänge im griechischen Teil des Osmanischen Reiches hat der Maler Peter von Hess (1792-1871) im Nachgang bildlich festgehalten. Er begleitete König Otto und Königin Amalie auf deren Reise nach Griechenland und schuf ab 1840 einen – heute zerstörten – Bilderzyklus in den Hofgartenarkaden der Münchner Residenz mit Darstellungen aus dem griechischen Freiheitskampf. Erhalten geblieben sind nur die Vorarbeiten: farbige Ölskizzen und Kohlezeichnungen.

Die Sonderschau verteilt sich auf die Staatlichen Antikensammlungen und die Glyptothek. Sie entstand in Kooperation mit der Stiftung Palladion und findet in Zusammenarbeit mit dem Griechischen Generalkonsulat in München und dem Otto-König-von-Griechenland Museum in Ottobrunn statt.

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