Der romantische Blick – Museum Fürstenfeldbruck – Ausstellung

Laufzeit: 19. November 2021 bis Sonntag, 1. Mai 2022
Jubiläumsausstellung „Der romantische Blick“ mit Werken von Caspar David Friedrich, Carl Rottmann, Franz Ludwig Catel, Johan Christian Dahl u.v.m.
Die Ausstellung präsentiert ausgewählte Werke der noch nie ausgestellten Sammlung Maibaum Lübeck, die Landschaftsbilder bedeutender romantischer Maler versammelt. Knapp 50 wenig bekannte Werke von über zwanzig Künstlern vorwiegend aus Deutschland und Skandinavien thematisieren existentielle Gefühle wie Sehnsucht, Unendlichkeit oder Melancholie. Sie dokumentieren die romantische Gegenposition dieser Umbruchszeit um 1800. Aufklärung und Französische Revolution hatten ein rationales Weltbild geschaffen, dem viele Künstler Gefühl und Emotion entgegensetzen wollten.

Christina Müller

Rare Werke großer Namen
Die stilistischen Mittel der romantischen Künstler sind vielschichtig und individuell. Die Gemälde der Sammlung Maibaum Lübeck zeigen, wie die Maler ihre Umwelt und sich selbst wahrnahmen. Die Nacht, das Meer, Gebirgslandschaften, Wälder und die Dualität des Lichts wurden zu Topoi der romantischen Landschaftsmalerei. Carl Gustav Carus thematisiert etwa die Melancholie einer Mondnacht, Carl Blechen weckt die Sehnsucht nach neuen Welten, Caspar David Friedrich erklärt die Einsamkeit zum Kult. Die romantische Wahrnehmung der Welt lässt zudem durchaus aktuelle Bezüge zu. Welche Wertigkeit hat die Natur im Leben des Menschen? Wie kann der Fokus auf das Empfinden zum Denkansatz werden für den Umgang mit der Umwelt und dem Klimawandel?

 

Die Sammlung Maibaum Lübeck

Der Schwerpunkt der Sammlung Maibaum Lübeck liegt in der Zeit zwischen 1780 und 1840. Mit einem Bestand von etwa 500 Objekten von 173 Künstlern und ihrem Fokus auf der Romantik des Nordens gilt sie als einzigartig. Große Wertschätzung erfährt die Sammlung auch durch Leihgaben an bedeutende Museen. In Fürstenfeldbruck wird erstmals eine umfangreichere Auswahl der beeindruckenden Werke der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Sammler-Ehepaar selbst bleibt im Hintergrund, der Name Maibaum bezieht sich auf einen Freund der Familie. Durch die über die Jahre gewachsene Urteilsfähigkeit, verbunden mit eingeholten Expertenurteilen, Farb- und Materialanalysen, Literaturrecherchen sowie umfangreichen Bildvergleichen in Museen oder Depots kommt es immer wieder zu Entdeckungen auf dem Kunstmarkt. Etwa wurde das Gemälde „Der Eichbaum“ von Caspar David Friedrich auf einer Auktion als eher unbedeutendes Bild eines Schülers von Jens Juel angeboten. Die sichere Zuschreibung zu dem großen Romantiker gelang schließlich in einer jahrelangen Detektivarbeit.

Zur Ausstellung sind Führungen (unter Wahrung der aktuellen Schutz- und Hygienemaßnahmen) geplant.

Es erscheint ein umfangreicher Katalog zur Ausstellung.

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