„Aschaffenburg 2.0“ – Stadtgeschichte schreiben mit Aschaffenburger Digitalarchiv

Die Stadt Aschaffenburg hat ein besonderes Projekt veröffentlicht: Im September startete „Aschaffenburg 2.0 – unsere Geschichte, unsere Zukunft“, ein digitales Stadtarchiv. Alle BürgerInnen von Aschaffenburg können daran mitschreiben und das, was sie mit der Kulturstadt verbinden, mit der Gemeinschaft teilen. Das Mitmachprojekt versteht sich auch als „Digitallabor“ und wird vom städtischen Stadt- und Stiftsarchiv betrieben. Interessierte können sich auf der Website anmelden, einen Beitrag schreiben und ihn verschiedenen Rubriken zuordnen.

Plakat Stadtlabor - Stadt Aschaffenburg

Die städtischen Mitarbeiter bastelten mehrere Monate an dem Launch des auch als „Stadtlabor“ betitelten Online-Projekts. Entstanden ist ein digitales Sammelbecken für individuelle Erinnerungen und Geschichten der AschaffenburgerInnen über ihre Stadt. Das partizipative Angebot steht unter dem Motto „Gemeinsam Stadtgeschichten schreiben und teilen“ und jedeR soll diese lesen können. Auf einer Stadtkarte sind alle Anekdoten, Beobachtungen und informativen Texte eingezeichnet.

Stadtkarte verschafft Überblick

Das Herzstück der flexiblen Internetseite ist die interaktive Stadtkarte: Auf ihr sind alle Beiträge über Orte im Stadtzentrum, in Damm, Leider und anderen Stadtteilen mit einem Etikett markiert. Sie sind jeweils in eine der beiden Kategorien „Beobachtung“ oder „Information“ einsortiert. Außerdem gibt es weitere Filtermöglichkeiten für die Suche: Etwa über unterschiedliche Epochen lassen sich Artikel finden oder danach, worum sich ihre Themen drehen: Beispielsweise Leben, Persönliches oder Kultur. Texte, Bilder, Videos oder Tonaufnahmen warten auf die BesucherInnen.

So ist ein Beitrag aufgebaut:

Der Autor mit dem Kürzel „HK“ veröffentlichte zum Beispiel ein Stück über das ab:art-Theater. Darin wird ein Zeitungsartikel von der F.A.Z. zum zehnjährigen Jubiläum der Schauspielgruppe im Jahr 2012 zitiert. Über dem Text ist eine Slideshow und es gibt die Möglichkeit, den Beitrag zu teilen. Anhand des benutzten Hashtags „#THEATER“ lassen sich verwandte Beiträge finden. Das funktioniert auch über den Namen des Autors. Ähnliche Inhalte sind teilweise zu bestimmten Themen-Serien zusammengefasst, beispielsweise über Aschaffenburger Brunnen oder Gaststätten.

Beteiligung ausdrücklich erwünscht

Leser wiederum können Veröffentlichungen kommentieren, was ausdrücklich erwünscht ist. JedeR kann zu „Aschaffenburg 2.0“ beitragen: Schnell auf der Plattform registrieren und einfach mit dem Schreiben beginnen. Es können Bilder hinzugefügt werden und für eine gute Übersicht ordnen Nutzer ihre Texte oder Bilderreihen einer Zeitperiode und einem Ressort zu.

Wesentliche Schwerpunkte der Geschichten können zum Beispiel persönliche Erinnerungen, Schulprojekte oder Vereinschroniken sein. Auf einer ihrer Internetseiten, auf der das Projekt vorgestellt wird, wünschen sich die Betreiber „viele verschiedene Themen“. Sie empfehlen, Artikel zu „verschlagworten“ und mit der interaktiven Karte zu verknüpfen, um anderen Lesern das Stöbern zu erleichtern. Anschließend werden die Beiträge freigegeben und können öffentlich angesehen werden.

OB Herzing freut sich auf rege Teilnahme

Alle BewohnerInnen Aschaffenburgs sind aufgerufen, sich zu engagieren und gemeinsam an den Geschichten rund um ihre Stadt zu arbeiten. Oberbürgermeister Jürgen Herzing war bei der Eröffnung schon voller Vorfreude, dass die Stadtgeschichte jetzt selbst von den AschaffenburgerInnen weitergeschrieben werde. Das innovative digitale Angebot erweitert das vielfältige Spektrum des Stadt- und Stiftarchivs im Internet; dass sich als offenes Archiv der Gemeinschaft für alle BürgerInnen verstehe, heißt es in einem Video vom September 2020. Zu diesem Zeitpunkt ging das Projekt online. Die Macher freuen sich, unter Beteiligung von Einheimischen und Zugereisten noch mehr vergangene und gegenwärtige Erzählungen für die Zukunft festzuhalten.

Der Bezirk Unterfranken unterstützt das digitale Partizipationsprojekt finanziell seit dem letzten Jahr und 2021.

Weitere Informationen zum Angebot: https://aschaffenburgzweinull.stadtarchiv-digital.de/beitraege/

Kontakt: stadtgeschichte20(at)aschaffenburg.de

Ein Beitrag von: Vincent Gabriel Wolenik (Student im Masterstudiengang Multimedia und Kommunikation an der Hochschule Ansbach) 24.01.2021
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